mondblume

Unser neues Album, erhältlich bei Bandcamp!
..Klangabenteuer in Wortskulpturen von Hans Arp..

Leave A Comment. January 28th, 2013

Hund mit rosa Zunge | by Stefanie Schairer. Acryl auf Papier, 28 x 35 cm.
Eine von 12 Zeichnungen.

Performance Der Mond ist eine Blume inspiriert von Hans Arp
Lautpoesie & Kunstlauschen mit Gunilla Göttlicher & Leo Auri

im schauraum vol. 3
Malerei – Zeichnungen von Stefanie Schairer

6. – 7. November 2010

See exhibited artworks

+++

Impressions of the performance:

 

pics by Ralf W., movie by Conny P., hats by Madame Himo and the great room by Stefanie Schairer –  thanks:)

1 Comment. November 8th, 2010

Konstellationen (Hans Arp)
aus Muscheln und Schirme, Meudon 1935-1938

Leave A Comment. January 20th, 2014

You may have noticed that a lot of material is missing from our site! That’s because we’re in the process of reviewing the copyright situation of the poems. We’ll be bringing everything back as soon as we can!

Es ist vielleicht aufgefallen, dass viel Material fehlt.. Wir sind dabei, Fragen zur urheberrechtlichen Situation zu klären. So bald wie möglich möchten wir alles wieder zur Zuhörerschaft bringen!

If you have any questions send us a mail:
Wir freuen uns über Fragen oder Anregungen:
mondblume art leoauri dort com

Meanwhile, please enjoy this offering – tracks from our latest album:
Bis dahin gibt es Folgendes zu erlauschen:

Leave A Comment. September 30th, 2013

Experiment.. Film+Gedicht

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Schneethlehem
in: DER PYRAMIDENROCK (Zürich 1915-1924)

1
Herr Je das Nichts ist bodenlos.
Frau Je das Nichts ist unmeubliert.
Da nützt euch auch kein Kreuzbesteck
Mit dem ihr fleissig exerziert.

Herr Je Frau Je Frau Je Herr Je
Gleich beisst das Nichts euch in den Bauch
Verschluckt euch samt dem Kreuzbesteck
Und speit euch aus als Russ und Rauch.

2
Charybdis bybtis Zwiebelbiss
Das Standbild geht im Kreis herum
Den Herolodseuter in der Hand
Und fällt von seinem Podium.

Die Schwindelschraube schraubt sich fest
Und schraubt die Windsbraut an den Wind.
Es kracht der grosse Ehrenast
Und tötet Jubelgreis – und Kind.

3
Das Schnee- und Hagelwittchen fällt
Wie Fallsucht und von Fall zu Fall.
Sie fällt weil es gefällig ist
Und jedesmal mit lautem Knall.

Es fällt in seinen Todesfall
Das Haar mit Fallobst dekoriert.
Den Fallschirm hat es aufgespannt.
Die Todesclaque applaudiert.

4
In seinem Höcker wächst ein Ei.
Er grüsst mit seinem Zinnenhut
Aus Elfenbein und Nymphenbein
Und Ranken rankem ihm im Blut.

Bald ist er innen zugerankt
Und nur das Ei ist froh und dick.
Er drückt sein Sitzfleisch in den Topf
Und zieht an einem Legestrick.

5
Die Puppen brüten ungestört
Im komfortablen Freudenhaus.
Ein Volksmund und ein Virtuos
Erhängen die dressierte Laus.

Im Leeren sitzt der Geistergeck
Und flechtet seinen Schattenzopf.
Mit Wetterleuchten tanzt ein Ball
Dem Salvarsanschwan auf dem Kopf.

6
Sie klappen wie Altäre auf
Und stecken Spunde in den Bauch
Und ziehen Marmorstiefel an
Und schrauben sich an einen Schlauch.

Mit Höllenmuh und Peitschenkrach
Besteigen sie das Publikum
Und drehn es wie ein Mühlenrad
Und rauschen wie das Wasser drum.

7
Sie hebt die Schmollislippen aus
Und scheert ihr Rosenbärtlein ab
Und putzt das fremde Augenlicht
Und wandert um den Wanderstab.

Mit einem Kasten Menschenfleisch
Geht sie um ihren Stab im Kreis
Und langsam wird sie hinten schwarz
Und vorne schnee- und naseweis.

8
Der Glaube der den Berg versetzt
Schrieb ihm mit Rundschrift einen Brief.
Da sank er straks mit einer Schnur
Zwölf Modemuskelhäuser tief.

Er setzte den Zylinder auf
Aus hartgekochtem Katzenfell
Und trug die Strahlen in ihr Grab
Und sprudelte als heisser Quell.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

Leave A Comment. May 28th, 2012

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HALB REH HALB MÄDCHEN
in: DIE UNGEWISSE WELT (1939-1945 – Im Hoffnungslosen)

Ein nacktes träumendes Geschöpf,
halb Reh, halb Mädchen,
lässt sich unter einem alten morschen Baume
in meinem träumenden Garten nieder.
Das nackte träumende Geschöpf,
halb Reh, halb Mädchen,
vertraut dem alten morschen Baume an,
dass die Augen nie erlöschen,
dass die Sterne nie verglühen,
dass die Erde der Himmel sei.
Und der alte morsche Baum
beginnt zu grünen und zu blühen.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

Leave A Comment. May 14th, 2012

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UNWESEN UND TREIBEN VERWIRRTER ENGEL
in: DER GESTIEFELTE STERN (Zürich, Strassburg und Paris 1924-1927)

Die fahnenflüchtigen Engel summen wie Schnee.
Willkommen in der neuen Welt!
Wie durch Fässer ohne Boden
springen sie strahlend der Länge nach einer durch den andern,
zersägen die Blitze auf dem Sägebock,
befreien die gefesselten Blumen
und werfen die Steine in das Meer.
Die Steine klammern sich verzweifelt an ihre Lunge
wie die schiffbrüchigen Silben an die Blätter der grünen Addition.
Hinter einer Barrikade von Liederbüchern rufen die Engel Trumpf,
nehmen sich bei den behandschuhten Händen,
schlafen auf vierbeinigen Flüssigkeiten ein
und verwandeln sich in einen kreisrunden Seelenlappen,
der eine Nasenlänge über die Unendlichkeit hinausragt
und sich im atheistischen Schnürboden als Körper ohne Namen vorstellt.
So stehen die Dinge im Jahre Eins.
Im Jahre Zwei hört die Flucht der Fahnen auf.
Der Ruf: „Willkommen in der neuen Welt“
ertönt nur noch bei ritschratschrituellen Handlungen,
zum Beispiel, wenn ein Topf voll Zeit vom Herd der Welt genommen wird.
Im Jahre Drei ist die neue Welt alt geworden.
Die Engel paginieren ihre Flügel
und wollen wie eine Masse vasenhäutigen Scholarenwindes verduften.
Dieser Duft wird jedoch von einem gewissen stärkeren Duft so gewaltig überduftet,
dass die Engel dabei in zwei gleich große kalte Portionen zerfallen,
die schwarze Farbe bekennen,
dem „im Namen“ das „Amen“
und dem Anfang vom Gesang den Schluss vom Lied folgen lassen,
während im ungebadeten Urtext
schließlich die Engel an die Deichseln der Sterne gespannt werden
und mit dem Wahngebilde auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

Leave A Comment. May 7th, 2012

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DIE EBENE
in: DIE UNGEWISSE WELT (1939-1945)

Ich befand mich allein mit einem Stuhl auf einer Ebene,
die sich in einen leeren Horizont verlor.
Die Ebene war fehlerlos asphaltiert.
Nichts, aber auch gar nichts außer mir und
dem Stuhl befand sich auf ihr.
Der Himmel war immerwährend blau.
Keine Sonne belebte ihn.
Ein unerklärliches, vernünftiges Licht erhellte die endlose Ebene.
Wie künstlich aus einer anderen Sphäre projiziert,
erschien mir dieser ewige Tag.
Ich hatte nie Schlaf, nie Hunger, nie Durst,
nie heiß, nie kalt.
Da sich nichts auf dieser Ebene ereignete
und veränderte,
war die Zeit nur ein abwegiges Gespenst.
Die Zeit lebte noch ein wenig in mir,
und dies hauptsächlich wegen des Stuhles.
Durch meine Beschäftigung mit ihm verlor
ich den Sinn für Vergangenes nicht ganz.
Ab und zu spannte ich mich, als sei ich ein
Pferd, vor den Stuhl
und trabte mit ihm bald im Kreis, bald
gerade aus.
Dass es gelang, nehme ich an,
ob es gelang, weiß ich nicht,
da sich ja im Raume nichts befand,
an dem ich meine Bewegung hätte nachprüfen
können.
Saß ich auf dem Stuhl, so grübelte ich
traurig, aber nicht verzweifelt,
warum das Innere der Welt ein solches schwarzes
Licht ausstrahlte.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

Leave A Comment. April 30th, 2012
ohne Titel

Neue Version mit Original-Standuhr!

SEKUNDENZEIGER
in: DER PYRAMIDENROCK (Zürich 1915-1924)

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dass ich als ich
ein und zwei ist
dass ich als ich
drei und vier ist
dass ich als ich
wieviel zeigt sie
dass ich als ich
tikt und takt sie
dass ich als ich
fünf und sechs ist
dass ich als ich
sieben acht ist
dass ich als ich
wenn sie steht sie
dass ich als ich
wenn sie geht sie
dass ich als ich
neun und zehn ist
dass ich als ich
elf und zwölf ist.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

Leave A Comment. April 30th, 2012

Jetzt arbeiten wir an einem Album mit Gedichten von Hans Arp.

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Sophie
Basel 1943-1945

Die Herzen sind Sterne,
die im Menschen blühen.
Alle Blumen sind Himmel.
Alle Himmel sind Blumen.
Alle Blumen glühen.
Alle Himmel blühen.
.
Ich spreche kleine, alltägliche Sätze
leise für mich hin.
Um mir Mut zu machen,
um mich zu verwirren,
um das große Leid, die Hilflosigkeit,
in der wir leben, zu vergessen,
spreche ich kleine, einfältige Sätze.
.
Die Meere sind Blumen.
Die Wolken sind Blumen.
Die Sterne sind Blumen,
die im Himmel blühen.
Der Mond ist eine Blume.
Der Mond ist aber auch eine große Träne.
.
Alle Blumen blühen für dich.
Alle Herzen glühen für dich.
.
Ich spreche kleine, einfältige Sätze
leise für mich hin,
immerfort für mich hin.
Ich spreche kleine, alltägliche, geringe Sätze.
Ich spreche wie die geringen Glocken,
die sich wiederholen und wiederholen.
.
Sophie ist ein Himmel.
Sophie ist ein Stern.
Sophie ist eine Blume.

Alle Blumen blühen,
blühen für dich.
Alle Herzen glühen,
glühen für dich.

Nun bist du fortgegangen.
Was soll ich hier gehen und stehen.
Ich habe nur ein Verlangen.
Ich will dich wiedersehen.
.
Wir zogen hell
durch Glanz und Duft.
Nun tut das Licht mir weh
und niemand ruft
und zeigt mir eine Blume
oder einen Stern.
.
Es blüht im Himmelsgrund
zwischen Dunkelheit und Licht
strahlend wie ein Stern
dein gütiges Gesicht.
.
Du bist ein Stern
und träumst in Gottes lichter Blume.
Ich mag nicht weitergehen.
Ich will auch schlafen.
So wie du schläfst
in Gold und tiefer Ferne
in einem reinen Wiegen.
.
Verloren wie der alte Mond,
der schon viel tausend Jahre stirbt,
ist dieser arme Tränenmensch,
der um die tote Rose wirbt.
.
Wie schnell vergeht ein Leben
in Gottes lichtem Dunkel.
Kaum ist heute gesagt,
ist morgen schon vergangen.
Und so vergehen die Jahre
mit Spielen, Träumen, Säumen.
Und so vergeht die Zeit,
in der die Blumen schweben.
.
Wann blühen wir wieder
vereint an Gottes lichtem Strauch?
Wann ruhe ich für immer
in deinem reinen Hauch?
.
Du lächeltest,
um nicht zu weinen.
Du lächeltest,
als würden lange noch
die guten Tage scheinen.
Deine Flügel glänzten
wie junge Blätter.
Dein Gesicht
war ein weißer Stern.
.
Seitdem du gestorben bist,
danke ich jedem vergehenden Tag.
Jeder vergangene Tag
bringt mich dir näher.
.

von Hans Arp
aus: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911-1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.

1 Comment. April 23rd, 2012
Bücher fallen unausweichlich

In der Bibliothek
für octavio

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Es gibt ein Buch, das heisst
Die Enzyklopädie der Engel.
Fünfzig Jahre lang hat es niemand geöffnet.
Das weiss ich genau, denn als ich es aufschlug,
knackte es in den Deckeln, und die Seiten
fielen auseinander. Dort entdeckte ich,dass die Engel einst zahlreich waren
wie die Unterarten der Fliegen.
In der Dämmerung wimmelte
der Himmel von ihnen.
Man musste mit den Armen rudern,
um sie abzuhalten.

Jetzt scheint die Sonne
durch die hohen Fenster.
Die Bibliothek ist ganz still.
Engel und Götter lauern
in dunklen, nie geöffneten Büchern.
Das grosse Geheimnis steht
auf irgendeinem Regal, und Miss Jones
geht dreimal am Tag daran vorbei.

Sie ist so gross, dass sie den Kopf
immer seitwärts beugt, als lauschte sie.
Die Bücher flüstern.
Ich höre nichts, sie aber versteht alles.

von Charles Simic

Leave A Comment. March 12th, 2012

Die Meere sind Blumen. Die Wolken sind Blumen. Die Sterne sind Blumen, die im Himmel blühen. Der Mond ist eine Blume. Der Mond ist aber auch eine grosse Träne. -Jean Arp
impressum

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Gunilla Göttlicher & Leo Auri